Tik Tok-Kampagne

Ihre gemeinsame Tik Tok-Kampagne stellten die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW), der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) am 12. Oktober bei der Auftaktveranstaltung in Berlin vor. Unter dem Slogan „komm gut an.“ sensibilisieren die drei Organisationen für eine sichere Mobilität in der Berufsausbildung. Dabei setzen sie auf die Ansprache der jugendlichen Zielgruppe durch Auszubildene aus dem Bereich des Groß- und Außenhandels – die erste Branche, die die Prävention in ihre Ausbildungsverordnung aufgenommen hat und somit auch sein Profil als vielseitiger und vorsorglicher Ausbilder schärfen möchte.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura, der über die Bedeutung einer starken beruflichen Bildung als Zukunftsgarant gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sprach. „Wir bilden mehr als 50.000 Auszubildende in unterschiedlichsten Branchen aus: Von Autoteile- und Elektro-, über Lebensmittel-, Pharma- bis hin zum Schraubengroßhandel. Hier gibt es für jeden eine passende Ausbildung. Ob Zahlenmensch oder Kreativer, ob Anpacker oder Büromensch, ob regional oder international – die Vielfalt ist groß.“ Jandura unterstützt die Kampagne auch mit seinem Unternehmen Obeta – Oskar Böttcher GmbH & Co.KG, indem drei seiner Auszubildenden bei der Entwicklung und Produktion der TikTok-Videos mitwirken. Jandura weiter: „Im Großhandel haben wir schon immer auf Sicherheit geachtet – mit der Arbeit in den großen Lagern gehören Schulungen in diesem Thema auch in der Ausbildung dazu. Umso mehr freut es mich, dass die Prävention nun auch offiziell in der Verordnung aufgenommen wurde.“

Auch Michael Gerdes, MdB, Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales für die SPD-Bundestagsfraktion, betonte die Bedeutung der Ausbildungssicherung für den Standort Deutschland. Die Regierung habe mit dem Weiterbildungsgesetz dafür gesorgt, dass die Ausbildung wieder an Attraktivität gewinnen kann und dafür unter anderem einen Mobilitätszuschuss eingeführt.

Manfred Wirsch, Präsident des DVR, erläuterte im Interview mit ARD-Moderatorin Okka Gundel die Motivation des DVR bei der Kampagne mitzumachen: „Wir wissen, dass die meisten Unfälle auf den Wegen im persönlichen Lebensumfeld stattfinden, also in Wohnortnähe, auf den Wegen zum Sport, zu Freizeitaktivitäten und auf den Wegen zur Arbeitsstelle oder Berufsschule. Gerade die Wege im Rahmen der Berufsausbildung gehören zu den täglichen Wegen, die aufgrund der Bekanntheit zu Nachlässig- und Sorglosigkeit führen. Das führt zu einem dramatischen Mix aus einem besonderen Risiko bei der Verkehrsteilnahme bei jungen Menschen auf der einen Seite und einer Unachtsamkeit durch Bekanntheit auf der anderen Seite. „komm gut an.“ ist eine einfache, deutliche Botschaft im Sinne unserer Leitstrategie Vision Zero: sicher, wohlbehalten, zufrieden, gesund und ohne Unfall. Das ist der Wunsch, den wir für alle Menschen im Verkehr haben.“

Höhepunkt der Veranstaltung war der Kick-Off und die Präsentation der TikTok-Kampagne.  Vorgestellt wurde sie von Insa Peters und Gesa Ristock vom DVR und einem der Auszubildenden von Obeta, der aktiv an den Arbeiten teilgenommen hatte. Die Kampagne will junge Auszubildende für ihre Sicherheit im täglichen Straßenverkehr sowie auf dem Betriebsgelände mobilisieren. Mit dem Kanal Tik Tok wird die Zielgruppe Jugendliche passgenau erreicht. Die Videos wurden mit Auszubildenden aus Mitgliedsbetrieben aus dem Groß- und Außenhandel produziert, mit Botschaften und Inhalten aus dem Lebensalltag der Jugendlichen. Die Formate entwickelten die Jugendlichen selber und die Tonalität des Kanals mit aufgenommen – weg vom klassischen Lehrvideo.

In der abschließenden Gesprächsrunde mit Okka Gundel erläuterte BGA-Präsidiumsmitglied Dr. John Bötticher seine Motivation, die Kampagnenpartner zusammenzubringen. Bötticher, der für den BGA dem Ausschuss für Berufsbildung vorsitzt und gleichzeitig Mitglied im Vorstand der BGHW ist, betonte die Bedeutung des Lebens als höchstes Gut, das es zu schützen gilt. Deswegen habe er bei der Novellierung des Ausbildungsberufes „Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement“ die Prävention mit aufgenommen: „Für ausnahmslos jeden Ausbildungsbetrieb gilt nun: Er muss sich um die sichere Mobilität seiner Auszubildenden kümmern.“ Aus dieser Zusammenstellung brachte er die Partner zusammen und gemeinsam entwickelten sie die Idee der Kampagne. Dr. Klaus Schäfer, Präventionsleiter der BGHW, untermalte es mit Zahlen: „Verkehrsunfälle sind weltweit die häufigste Todesursache unter jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Auch in Deutschland: 70.957 Verkehrsteilnehmende in dieser Altersgruppe verunglückten hierzulande allein im Jahr 2022, 363 davon tödlich. Wir möchten Auszubildende aufmerksam machen für die vielfältigen Gefahren im Straßenverkehr, die gerade nach dem Wechsel von Schule zum Beruf entstehen.“

Weitere Informationen zur Kampagne finden sich unter www.kommgutan.de und die Kampagne auf TikTok unter @komm.gut.an

Berufliche Bildung

Der BGA-Berufsbildungsausschuss unter dem Vorsitz von Dr. John Bötticher tagte jetzt in hybrider Form im Berliner Verbändehaus. Auf der umfangreichen Tagesordnung standen aktuelle Initiativen aus dem Bereich der Fachkräftesicherung, z.B. die neue gemeinsame TikTok-Kampagne komm.gut.an für sichere Mobilität in der Ausbildung von BGA, der Berufsgenossenschaft BGHW und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat DVR. Des Weiteren ging es erneut um die Erschließung neuer qualifizierter Beschäftigtengruppen.

Außerdem berieten die 14 Teilnehmer über die Situation auf dem Ausbildungsmarkt sowie berufsbildungspolitische Vorhaben der Bundesregierung, wie die Ausbildungsgarantie und Überlegungen für eine Novellierung des Berufsbildungsgesetzes. Weitere Themen waren das Bund-Länder-Programm „Junges Wohnen“, das neue Portal für Ausbildungs- und Prüfungspersonal „Leando“, die verlängerte Förderung der Projekte zu Teilqualifikationen und der Umgang mit Krankmeldungen von Auszubildenden beim Besuch von Berufsschulen.

EP: Nachhaltigkeit

Unser Mitgliedsunternehmen ElectronicPartner hat vor einem Jahr eine Klimapatenschaft für rund 100 Hektar trockengelegte Moorfläche südlich von Berlin übernommen. Über zehn Jahre fließt eine Spende von 600.000 Euro in die Renaturierung und Wiederbewässerung des betreffenden Areals. Ein Zwischenbericht.

Als erfolgreiches, mittelständisches Unternehmen ist sich die Düsseldorfer Verbundgruppe ElectronicPartner seit jeher seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und dieser im Rahmen der eigenen Möglichkeiten nachgekommen. Der Einsatz für mehr Nachhaltigkeit und somit für die Bewältigung einer der größten Herausforderungen unserer Zeit stellt daher nur die konsequente Fortsetzung des eigenen Selbstverständnisses dar. Die unternehmenseigene Initiative „Go Green“ umfasst inzwischen zahlreiche Handlungsfelder und regelmäßig kommen weitere kleine und große Projekte hinzu. Das aktuell Wichtigste hat die Verbundgruppe ganz bewusst gewählt: in der Nähe, besonders effektiv und „zum Anfassen“. „Wir wollen in besonders effektiven und langfristigen Klimaschutz hier vor Ort investieren“, erklärt ElectronicPartner Vorstand Karl Trautmann und führt weiter aus: „Intakte Moore sind hervorragende Klimaschützer – sie speichern ein Vielfaches mehr an Kohlenstoff, als Wälder es können. Überdies leisten sie einen grundlegenden Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität und bieten zahllosen Tierarten, Insekten und Amphibien einen geschützten Lebensraum.“

Bei dem zu renaturierenden Gebiet handelt es sich um einen ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nähe von Jüterbog. „Wir waren kürzlich selbst dort und haben uns von den Verantwortlichen zeigen lassen, welche Maßnahmen aktuell umgesetzt werden. Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel Engagement das Team der Stiftung Naturlandschaft Brandenburg im Einsatz ist für Umwelt und Tiere“, berichtet ElectronicPartner Nachhaltigkeitsbeauftragte Christina Schmidt. Mit Hilfe eines kleinen Filmteams entstanden exklusive Aufnahmen, die nun für die Kommunikation in Richtung Mitglieder, Partnerunternehmen und Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Einen besonders umfassenden Einblick bietet ein Video mit Interviewsequenzen, das ab sofort auf der neuen Unterseite „Nachhaltigkeit“ der ElectronicPartner Homepage zur Verfügung steht.

Das Moorprojekt stellt nur ein Beispiel für das Engagement der Verbundgruppe dar. „Unsere Devise lautet ‚Go Green‘ statt ‚Greenwashing‘“, erklärt Karl Trautmann und fügt hinzu: „Wir prüfen alle unsere Maßnahmen sorgfältig auf ihre Umsetzbarkeit und Effektivität.“ Das Go Green-Konzept umfasst unter anderem eine nachhaltige Logistik, Solarstromprojekte an den Standorten Düsseldorf und Augsburg, vermehrt ressourcenschonende Produkte im Sortiment und weitere Projekte der Dachmarke ElectronicPartner sowie der angeschlossenen EP:Mitglieder, MEDIMAX und comTeam Partnerinnen und Partner. „Als international ausgerichtetes Unternehmen, das in einer leistungsfähigen Industrienation verwurzelt ist, setzen wir uns für verantwortungsvolles Wirtschaften und Handeln ein – und das unabhängig von kurzlebigen Trends und Moden. Wir führen unseren Einsatz zielgerichtet fort und erschließen immer wieder neue Handlungsfelder. Denn Engagement für Natur- und Umweltschutz wirkt sowohl im Großen als auch im Kleinen – und das jeden Tag“, betont Karl Trautmann.

Trudel-Konjunktur

Die Konjunktur in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2023 auf Talfahrt gegangen. Im Großhandel sinken zwischenzeitlich die nominalen und die realen Umsätze. Eine Trendwende ist nicht zu erkennen. Die Beschäftigung im Großhandel scheint ihren Zenit überschritten zu haben. Aufträge und Auslastung in den Unternehmen sinken. Entsprechend schlecht ist die Stimmung im Großhandel. Dies ist zusammengefasst die konjunkturelle Lage im Großhandel im Sommer 2023, die in der aktuellen Ausgabe von Trends & Analysen Großhandel 2/2023 detailliert dargestellt wird.

Die konjunkturelle Lage wird maßgeblich vom schwierigen internationalen Umfeld und den strukturellen Anforderungen aus Dekarbonisierung, Digitalisierung und Demografie geprägt. Während im vergangenen Jahr noch Lieferengpässe die Unternehmen belastet haben, drücken nun die Kosten für Beschaffung, Transport, Energie und Personal. Und die zunehmende Regulierungsdichte von Geschäftsprozessen bremst zudem wirtschaftliche Dynamik aus. Dementsprechend geht der BGA nun für 2023 von einer rezessiven Entwicklung aus. Lediglich die rückläufige Inflation ist ein kleiner Lichtblick.

In diesem schwierigen Umfeld hätten sich die Großhändler ein schnelleres und überzeugenderes Gegensteuern der Politik gewünscht. Nach der BGA-Umfrage bleibt die Bundesregierung hinter den wirtschaftlichen Anforderungen zurück. Die Unternehmen machen sich zunehmend Sorgen um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Der BGA hält daher verbesserte Standortbedingungen für dringend erforderlich. Bessere und einfachere Gesetze, vor allem eine wirksame und spürbare Entbürokratisierung sowie eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung können Investitionsbremsen lösen und damit auch wieder das Vertrauen in die Bundesregierung stärken.

Die detaillierten Ergebnisse können über diesen https://bga.de/trends-analysen/ auf der Internetseite des BGA abgerufen werden.

LKW-Maut: KEINE Erhöhung!

„Wir sind darauf angewiesen, unsere Güter auf der Straße zu transportieren.

Die Erhöhung der LKW-Maut durch die CO2-Komponente kommt zu einer völligen Unzeit. Elektro-LKWs sind bislang zu teuer und zu wenig verfügbar. Eine Verlagerung auf die Schiene ist aufgrund der schlechten Infrastruktur keine Option. Dadurch wird die Einführung der CO2-basierten LKW-Maut auch keine Lenkungswirkung entfalten“, so Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

Großhandelspräsident Jandura weiter: „Hinzu kommt, dass der Startbeginn bereits zum 1. Dezember in das laufende Geschäftsjahr eingreift. Neben der enormen finanziellen Belastung von bis zu 40.000 Euro pro LKW und Jahr führt das auch zu einem unnötig erhöhten Verwaltungsaufwand für die Unternehmen. Einen Monat länger zu warten, wäre das Mindeste gewesen.“

„Die Ampel-Koalition bricht mit diesem Gesetz den eigenen Koalitionsvertrag. Eine Doppelbelastung durch den CO2-Preis hatte die Bundesregierung explizit ausgeschlossen“, schließt Jandura.

In der vergangenen Nacht fand die erste Lesung zum „Dritten Gesetz zur Änderung mautrechtlicher Vorschriften“ im Deutschen Bundestag statt. Der Mitte Juni vom Kabinett beschlossene Entwurf sieht vor, dass die Maut ab Dezember 2023 um eine CO2-Komponente in Höhe von 200 Euro je Tonne ergänzt wird. Dies entspricht 15,8 ct je km für schwere Euro 6-LKW.

Verfehlte Außenhandels-Politik

„Die Stimmung unter den Außenhändlern ist schlecht: 63 Prozent unserer Unternehmen sehen für den deutschen Außenhandel im Jahr 2023 eine rückläufige oder sogar stark rückläufige Tendenz. Nur gut jedes zwanzigste Unternehmen geht noch von einer besseren Entwicklung aus, das ergab unsere jüngste Umfrage. Das sind alarmierende Werte“, sagt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) bei der heutigen (06.09.) BGA-Außenhandelspressekonferenz.

„Hierfür gibt es viele Gründe: eine schwache Konjunktur in China, Asien, Südamerika und eine noch schwächere Regierungspolitik in Deutschland. Unser Standort ist in verschiedenen Bereichen derzeit nicht wettbewerbsfähig genug. Und unsere Politik ist es auch nicht“, so Jandura weiter.

„Uns Unternehmern in Deutschland, aber auch unseren Partnern weltweit steht vor allem mit der Europäischen Lieferkettenrichtlinie eine drastische Verschärfung der ohnehin schon komplizierten deutschen Regulierung bevor. Die Corporate Sustainability Due Diligence beinhaltet deutlich umfangreichere Sorgfaltspflichten und wird viel mehr Unternehmen betreffen. Dadurch wird die Bürokratiebelastung und Rechtsunsicherheit für viele Unternehmen weiter steigen. Kurz gesagt: Die Richtlinie wird gerade unsere mittelständisch geprägte Wirtschaft überfordern. Die damit verbundenen Berichtspflichten und Regulierungen sind schlicht nicht leistbar. Am Ende droht bei Versäumnissen auch noch die zivilrechtliche Haftung“, mahnt der BGA-Präsident.

Dringend mehr Freihandelsabkommen

„Die Erschließung neuer Märkte kostet Firmen eine Menge Zeit, Energie und Geld. Es braucht daher eine Politik, die die Zugangsbedingungen verbessert und erleichtert. Und das gelingt durch den Abschluss von Freihandelsabkommen. Sie sind eines der wichtigsten Elemente zur Stärkung von Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit Europas. Aber hier passierte lange Zeit nichts und jetzt zu wenig. Die Bilanz der Europäischen Union hinsichtlich des Abschlusses und der Ratifizierung neuer Handelsabkommen fällt mager aus. Weder gelang es bisher, das Freihandelsabkommen mit den MERCOSUR- Staaten zu ratifizieren, noch konnte die Modernisierung des Abkommens der EU mit Mexiko unter Dach und Fach gebracht werden. Die Ampel-Regierung muss sich noch aktiver für den Abschluss und die Ratifizierung von Handelsabkommen einsetzen. Vor allem muss sie aufhören, Freihandelsabkommen mit sachfremden Themen zu überfrachten. Dies gilt insbesondere für Nachhaltigkeitsforderungen“, fordert Jandura.

Bürokratie ufert immer weiter aus

Neben der mangelnden Unterstützung im Bereich der Handelspolitik blicken wir Groß- und Außenhändler mit großer Sorge auf die zunehmend überbordende Bürokratie. Und die Bundesregierung tut zu wenig, um diese Bürokratie zu

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verringern oder wenigstens handhabbarer zu machen. Es hilft nicht, immer wieder den Bürokratieabbau anzukündigen und zugleich mit jedem Gesetz zusätzliche Hürden und Berichtspflichten einzuführen. Ein aktuelles Beispiel sind die geplanten klimaschutzpolitischen Sektor-Leitlinien für Export- und Investitionskreditgarantien. Schon heute müssen Antragsteller aufwändig nachweisen, dass Sie die ESG-Kriterien erfüllen, um eine staatliche Risikoabsicherung zu erhalten. Für viele Produktgruppen soll nun zusätzlich nachzuweisen sein, dass diese nicht klimaschädlich sind.

Jandura mahnt hierzu: „Es wird versucht, in der Außenwirtschaftspolitik deutsche Unternehmen als Druckmittel für den Klimaschutz zu missbrauchen. Derart restriktive EKG-Kriterien führen dazu, die internationale Bedeutung der deutschen Zulieferindustrie zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt weiter einzuschränken. Wir müssen zu den Konditionen ausländischer Exportkreditagenturen aufschließen oder im Wettbewerb sogar besser werden.“

China zweitwichtigster Auslandsmarkt

„Bei der Chinastrategie der Bundesregierung überwiegt wieder ein Regulierungswahn, der praxisfremd und oberlehrerhaft ist. In der China- Strategie ist mit dem Outbound Investment Screening gleich der nächste Regulierungshammer angedeutet. Wenn der Staat jetzt auch noch regulieren will, welche Investitionen im Ausland genehm sind und welche nicht, hat das mit freiem Unternehmertum in einer freien Sozialen Marktwirtschaft nur noch wenig zu tun“, äußert sich der BGA-Präsident besorgt.

„China ist für Deutschland auch der zweitwichtigste Auslandsmarkt. Wir können und wollen uns von China nicht entkoppeln. Wir müssen uns eher darüber Sorge machen, was passiert, wenn sich China von uns entkoppelt. Dann gehen hier in Deutschland buchstäblich die Lichter aus. Wir brauchen ein Umdenken, ein Rückbesinnen in der Bundesregierung. SPD, Grüne und FDP müssen die Weichen im Außenhandel endlich wieder auf Zukunft stellen. Es ist Zeit für die Renaissance einer Exportnation“, so Jandura abschließend.

IfA & EP:

Unser Mitgliedsunternehmen ElectronicPartner zieht für seinen Auftritt bei der Internationalen Funkausstellung 2023 ein positives Fazit. EP:Mitglieder, MEDIMAX Franchisepartnerinnen und -partner sowie viele weitere Angehörige der Verbundgruppe sind nach Berlin gereist, um die neuesten Produkte der wichtigsten Elektronikhersteller live zu erleben. Außerdem konnten sie in den direkten Austausch mit der Industrie gehen und erhielten im IFA-Palais in entspannter Atmosphäre aktuelle Infos aus ihrer Verbundgruppe.

Hier, im Schatten des Funkturms, hatte ElectronicPartner wieder einen exklusiven Meeting- und Erholungsbereich für die eigenen Mitglieder und das Branchenpublikum geschaffen. Mit einem neuen, grünen Standdesign setzte die Verbundgruppe aufmerksamkeitsstarke Akzente in Sachen Nachhaltigkeit. „Insgesamt 16 Bäume, samt Wurzeln und Erde, symbolisieren ein Stück weit unsere vielfältigen nachhaltigen Aktivitäten im Rahmen der grünen Unternehmensausrichtung Go Green“, erläutert Karl Trautmann, Vorstand ElectronicPartner. „Natürlich haben die Bäume auch nach der IFA weiterhin ein glückliches Leben“, ergänzt er.

Umwelt- und Klimaschutz waren nicht nur visuell gegenwärtig, sondern standen insgesamt im Fokus des Messeauftritts. „Wir arbeiten intensiv an diversen Stellschrauben, um in der gesamten Verbundgruppe Potenziale für umweltschonenderes Handeln aufzudecken und zu nutzen. Zu unseren größeren Projekten zählen die Unterstützung der Initiative ‚Mittelstand & Moor‘, bei der wir die Wiederbewässerung einer 100 Hektar großen Moorlandschaft finanzieren, und die neue Photovoltaik-Anlage auf unserem rund 7.000 Quadratmeter großen Dach in Düsseldorf“, zählt der Vorstand auf.

Ein weiteres zentrales Thema im IFA-Palais war die neue Kampagne „Partner werden“. Diese wurde hier erstmals im Detail den Mitgliedsbetrieben präsentiert und ist insbesondere für diejenigen interessant, die in den kommenden Jahren eine Nachfolge suchen. „Wir sprechen Unternehmerinnen und Unternehmer an, die unser Erfolgskonzept für sich nutzen und dabei massiv von unserer Erfahrung und einem Rundum-Service-Paket profitieren wollen“, betont ElectronicPartner Vorstand Friedrich Sobol.

Darüber hinaus konnten die Verbundgruppen-Mitglieder während der IFA mit ihren Ansprechpartnerinnen und -partnern aus dem Vertrieb, Einkauf, Marketing und E-Commerce das wichtige Jahresendgeschäft besprechen. Auch weitere Kooperationspartner – beispielsweise die MHK Group oder Ladenbau Balzer – zeigten ihre Dienstleistungen im Palais. Neben den nationalen Teilnehmenden nutzten ebenso die internationalen ElectronicPartner Teams aus den Niederlanden, Österreich und der Schweiz sowie aus den 16 Ländern des E-Square-Verbunds die Möglichkeit für persönliches Networking auf der Elektronik-Leitmesse.

„Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die IFA eine exklusive Plattform für den intensiven und komprimierten Branchenaustausch bietet. Wo sonst treffe ich die wichtigsten Ansprechpartner so nah beieinander, umrahmt von den neuesten Techniktrends aller Warengruppen. Wir sind jetzt schon gespannt darauf, was uns erwartet, wenn die IFA 2024 in ihrem hundertsten Jahr die Tore öffnet“, lautet das Fazit von Karl Trautmann, Vorstand ElectronicPartner.

Neue EP: Kampagne

Rund 4.700 Unternehmerinnen und Unternehmer in Europa unterstützt ElectronicPartner bereits dabei, erfolgreich zu handeln und stellt dabei stets den Menschen in den Fokus. Um gezielt neue Mitglieder sowie Partnerinnen und Partner zu gewinnen und die Bestehenden bei ihrer Nachfolgesuche zu unterstützen, geht die Verbundgruppe nun mit der Kampagne „Partner werden“ an den Start.

Was gibt einem Fachhandelsunternehmen heute die Sicherheit, auf eine erfolgreiche Zukunft zu blicken und den alltäglichen sowie unvorhergesehenen Herausforderungen standzuhalten? „Wir sagen: Einen starken Partner im Rücken zu haben, der über umfassendes Know-how verfügt und Dienstleistungen bietet, die den Unternehmer oder die Unternehmerin in allen Bereichen des Tagesgeschäfts unterstützen. Und das alles in einer Branche, die so dynamisch und intensiv mit dem täglichen Leben verknüpft ist, wie unsere“, erklärt ElectronicPartner Vorstand Friedrich Sobol. Und hier setzt die neue Kampagne an: Ziel ist es, aktiv Menschen für die Verbundgruppe zu gewinnen, die ins Unternehmertum starten oder dieses ausbauen wollen – via Neugründung oder Übernahme eines bereits bestehenden Standortes.

ElectronicPartner bietet seinen Mitgliedern individuelle, bewährte Fachhandelskonzepte, umfassende Branchenerfahrung, ausgefeilte Sortimente, permanente betriebswirtschaftliche Begleitung und Unterstützung bei Themen wie Marketing, IT und Personalsuche. „Unsere Kernkompetenz ist die persönliche Betreuung unserer angeschlossenen Betriebe – egal ob größere oder kleinere Fläche, ländlicher oder städtischer Standort, Neugründung, Nachfolge oder Übernahme“, betont Friedrich Sobol. Mit dem EP:Fachhandel und der Franchise-Fachmarktlinie MEDIMAX bietet ElectronicPartner zwei erfolgreiche Marken-Konzepte. Beide sind langjährig etabliert und gut am Markt positioniert. Mit den Claims „EP: Einfach persönlicher.“ und „MEDIMAX – Mehr Mensch. Mehr Technik.“ betonen sie die enge Beziehung zwischen den Unternehmerpersönlichkeiten und deren Teams als „local Heros“ zu den Kunden.

Um die verschiedenen Wege in die Partnerschaft zu bewerben, haben die Teams aus der Düsseldorfer Zentrale – vom Marketing und Personalbereich über den Vertrieb bis zur PR-Abteilung – umfassende Maßnahmen für unterschiedliche Kommunikationskanäle, Plattformen und Zielgruppen entwickelt. Dreh- und Angelpunkt der Kampagne ist die neue Landingpage „Partner werden“, die sich bewusst auf der Website der Dachmarke, electronicpartner.com, befindet. „Wir gehen aktiv auf Menschen zu, die selbstständig und dennoch auf Augenhöhe mit uns handeln möchten. Kern unserer Kampagne ist daher die Aufforderung ‚Werden Sie ElectronicPartner!‘ – mit EP: oder MEDIMAX“, erläutert Friedrich Sobol. Neben allgemeinen Testimonials dienen Mitglieder beider Vertriebslinien als Botschafterinnen und Botschafter.

Zu den überregionalen Maßnahmen, die rund um die IFA 2023 gestartet sind, zählen Social Media Kampagnen auf LinkedIn und XING sowie Anzeigen auf den Karriere-Portalen von ElectronicPartner, EP:, MEDIMAX, Print-Anzeigen sowie Online-Banner und Advertorials in Branchenmedien. Im Laufe des Herbstes folgen noch SEA-Kampagnen. „Außerdem setzen wir individuelle, lokale Kampagnen um, mit dem Ziel, für konkrete Standorte eine Nachfolge aus der Region zu finden“, ergänzt Friedrich Sobol. „Die nationale und die regionalen Kampagnen ergänzen sich dabei optimal und greifen ineinander. So gehen wir sicher, jeden Menschen anzusprechen, der sich eine Selbstständigkeit in unserer Branche vorstellen kann – mit uns an seiner oder ihrer Seite“, fasst er zusammen.

Miese Stimmung

„Die Stimmung im deutschen Außenhandel ist schlecht. So schlecht wie seit vielen Jahren nicht mehr“, sagt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) mit Blick auf die heute veröffentlichten Außenhandelszahlen und weiter: „Während sich Angebotsprobleme wie die Unterbrechungen in den Lieferketten zunehmend auflösen, schwindet die Nachfrage. Laut Ifo-Barometer fielen die Exporterwartungen im Juli auf minus sechs Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit Mai 2020, als die Coronapandemie die weltweite Konjunktur abwürgte. Das sind alarmierende Zeichen.“

Gründe dafür sieht Jandura „in der lahmenden weltwirtschaftlichen Entwicklung, den erschwerten Finanzierungsbedingungen durch die weiter steigenden Zinsen der Europäischen Zentralbank sowie einer nur langsam sinkenden Inflation.“

Dazu kommt, dass bei den beiden wichtigsten Handelspartnern Deutschlands, China und die USA, die Konjunktur nur leicht angezogen hat. Das Ende der Null-Covid-Politik in China hat bislang nicht das enorme Wachstum ausgelöst, das viele erwartet hatten. Auch die Konjunktur in den USA hatte aufgrund steigender Zinsen sowie des Haushaltsstreits lange geschwächelt. Und eine Trendwende erwarten die deutschen Exporteure trotz anziehender Konjunktur in China und den USA nicht.

„Angesichts dieser desolaten Lage wiederhole ich meine Forderung von Anfang Juli: die Bundesregierung muss neue Impulse setzen und Handelserleichterungen schaffen“, betont Jandura nachdrücklich. „Die kürzlich veröffentlichten Sektorleitlinien für Exportkredit- und Investitionsgarantien sind alles andere als ein ‚Exportermutigungsprogramm‘. Vielmehr setzen sie die Reihe von Einschränkungen und Regulierungen des deutschen Außenhandels fort.“

Neben den Inhalten kritisiert der BGA-Präsident auch das Verfahren massiv: „Erwartet hätte ich, dass bei solch einem tiefen Eingriff in das Außenwirtschaftsförderinstrumentarium die Partner vorher einbezogen werden. Stattdessen werden neue Regularien durchgepeitscht und die Exportindustrie vor vollendete Tatsachen gestellt. Das nunmehr im Nachgang gestartete Konsultationsverfahren wirkt da wie blanker Hohn. Dabei wäre die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses im Vorfeld wichtig gewesen.“

Ausbildungsstart

Ein fundierter und qualifizierter Einstieg ins Berufsleben ist eine wertvolle Investition in die Zukunft. Nicht nur für die Auszubildenden selbst, sondern auch für das Unternehmen. „In diesem Sinne freuen wir uns, dass sich auch dieses Jahr wieder viele junge talentierte Nachwuchskräfte für uns entschieden haben. Wir sehen das als tolle Bestätigung dafür, wie zielgruppenorientiert wir unser Ausbildungsprogramm aufgebaut haben“, betont Karl Trautmann, Vorstand ElectronicPartner.

Die Verbundgruppe begrüßt sieben neue Auszubildende und eine duale Studentin, die am 1. August 2023 in der Düsseldorfer Zentrale ihre berufliche Laufbahn starten. Am 1. September beginnt ein weiterer Azubi seine Ausbildung am Logistik-Standort in Augsburg mit dem Ziel: Fachkraft für Lagerlogistik.

Von Anfang an bietet ElectronicPartner seinen Auszubildenden einen Ort zur persönlichen Weiterentwicklung, intensive, individuelle Unterstützung und genug Raum, damit sie ihr Potenzial vollkommen entfalten können. „Unser neues Arbeitszeitmodell unter dem Stichwort ‚New Work‘ gibt ihnen zudem die Möglichkeit zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Besonders hervorzuheben ist die 35-Stunden-Woche, von der bereits unsere Azubis profitieren sowie individuelle Arbeitszeiten gepaart mit einem Mix aus mobiler und Büro-Arbeit“, erläutert Timo Stockem, Leiter Bereich Personal.

Mit ihrer neuen Arbeitswelt stellt sich die Verbundgruppe nachhaltig attraktiv und innovativ als Arbeitgeber in der Region und darüber hinaus auf. Die Berufsausbildung von Fachkräften ist dabei eine der wichtigsten Maßnahmen, um den hoch qualifizierten Service der Verbundgruppe für die angeschlossenen mittelständischen Betriebe auch in Zukunft zu gewährleisten. Mitarbeiterförderung und -bildung haben traditionell einen sehr hohen Stellenwert bei ElectronicPartner.

Das Unternehmen bietet für den aktuellen Jahrgang Ausbildungen der Fachrichtungen Groß- und Außenhandelsmanagement, Fachinformatik für Anwendungsentwicklung und Systemintegration sowie Marketingkommunikation an. Auch eine duale Studentin im Fachbereich Business Administration ist mit dabei. Dass die Ausbildung umfassend und spannend wird, zeigt sich bereits beim Blick auf den künftigen Lehrplan: Die Azubis durchlaufen unterschiedliche Abteilungen, um jeden potenziellen späteren Einsatzbereich kennenzulernen und besuchen neben der Berufsschule regelmäßig abwechslungsreiche Workshops. Außerdem warten spannende Projekte und Messebesuche auf den Nachwuchs.

Die Perspektiven am Ende der Ausbildung stimmen ebenfalls: Die Übernahmequote lag in den vergangenen Jahren bei über 90 Prozent. Und auch im kommenden Jahr setzt ElectronicPartner weiter auf Nachwuchs – denn nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel: Die nächste Bewerbungsphase läuft bereits!